Aus dem Seminarraum in „Die Höhle der Löwen“: HSBA-Alumna bringt Yacon-Produkte von Andenkraft ins Rampenlicht

Maren Gomez Moreno erzählt, wie sie es geschafft hat, ihre Gründungsidee zu einem Erfolg zu machen.

Diesen Moment wird HSBA-Alumna Maren Gomez Moreno vermutlich nie vergessen: Ihr Business- und Lebenspartner Justinian präsentiert das gemeinsame Start-up „Andenkraft“ vor einem Millionenpublikum in Deutschlands bekanntester Start-up-Show „Die Höhle der Löwen“.  Dieser TV-Auftritt hat die Markenbekanntheit von Andenkraft innerhalb kürzester Zeit drastisch ansteigen lassen und die Nachfrage nach den Produkten aus der Yacon-Frucht der peruanischen Anden über Nacht deutlich erhöht. Wie Maren es von der ersten Präsentation ihrer Business-Idee im Master-Modul „Consulting Project“ zur öffentlichen Pitch-Stage im Fernsehen geschafft hat, erzählt sie uns in diesem Interview. 

„Die Zeit während des Studiums, die Impulse und das sehr praktisch veranlagte Studium hat mich persönlich 
enorm weitergebracht und viele Grundlagen gelegt, auf denen wir heute aufbauen.“

Maren Gomez Moreno, Co-Gründerin Andenkraft


Andenkraft war dieses Jahr bei „Die Höhle der Löwen“. Wie hast du den Moment erlebt, in dem dein Co-Gründer Justinian euer Start-up vor einem Millionenpublikum präsentiert hat?

Das war ein sehr emotionaler Moment für mich. Eine Mischung aus Stolz, Freude und auch einer gewissen Anspannung. Zu sehen, wie Justinian dort steht und nicht nur unser Produkt präsentiert, sondern auch die Geschichte dahinter, seine Familie, unsere Partner in Peru und unsere gemeinsame Vision, war etwas ganz Besonderes.

Gleichzeitig weiß man natürlich: Das ist eine einmalige Chance. Millionen Menschen sehen dich in genau diesem Moment. Und genau deshalb war es für mich vor allem ein Moment, in dem ich dachte: Jetzt dürfen wir zeigen, wofür wir wirklich stehen.

Wie ist die Idee von Andenkraft entstanden?

Die Idee zu Andenkraft ist aus zwei Welten entstanden, die bei uns zusammengekommen sind. Auf der einen Seite steht Justinians persönliche Geschichte: Er ist mit peruanischen Wurzeln aufgewachsen und hat schon früh erlebt, welche Rolle Pflanzen und natürliche Lebensmittel in der Andenregion spielen. Dieses Wissen wird dort seit Generationen weitergegeben.

Auf der anderen Seite stand für uns die Beobachtung im Alltag hier in Europa: Viele Menschen möchten sich bewusster ernähren, weniger Zucker konsumieren, ihre Gesundheit positiv beeinflussen, aber die meisten Produkte im Supermarkt sind entweder stark verarbeitet oder trotzdem voller Zucker.

Die entscheidende Frage war für uns: Warum ist gesunde Ernährung oft so kompliziert und warum gibt es so wenig natürliche, alltagstaugliche Alternativen? Mit Andenkraft verbinden wir genau das, 
wir bringen traditionelle Pflanzen wie die Yacon-Wurzel aus den Anden nach Europa, in einer Form, die einfach, lecker und im Alltag integrierbar ist. 

Du hast deinen Master an der HSBA gemacht. Gab es etwas, das dir bei eurer Gründungsidee besonders geholfen hat und es auch jetzt noch tut?

Definitiv, vor allem der starke Praxisbezug im Studium. Was mir besonders geholfen hat, war die Möglichkeit, schon während des Studiums an echten Business-Ideen zu arbeiten und diese immer wieder zu testen, sei es in Case Studies oder in Pitch-Situationen vor Dozent:innen und anderen Studierenden.

Gerade Kurse wie der Entrepreneurship-Kurs bei Mike Fischer oder auch Product Development haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, Ideen nicht nur theoretisch zu durchdenken, sondern sie wirklich weiterzuentwickeln, Feedback einzuholen und anzupassen.

Ein wichtiger Punkt war für mich auch die Entscheidung, ein Projekt aus dem Studium weiterzuführen und ernsthaft zu prüfen, ob daraus ein echtes Geschäftsmodell entstehen kann. Diese Denkweise, Dinge nicht nur als „Uni-Projekt“ zu sehen, sondern als potenziellen Startpunkt für etwas Größeres, begleitet mich bis heute.

Habt ihr den Deal bekommen und hat sich seit dem TV-Auftritt für dich und für Andenkraft etwas verändert?

Aus der Show selbst sind wir mit einem Handschlag mit Judith Williams und Frank Thelen herausgegangen. Im Anschluss sind wir in vertiefende Gespräche gegangen. Aktuell haben wir noch keine finale gemeinsame strategische Ausrichtung gefunden, deshalb ist der Deal zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

Was sich aber definitiv verändert hat, ist die Entwicklung von Andenkraft: Der TV-Auftritt hat uns einen enormen Wachstumsschub gegeben, sowohl in der Markenbekanntheit als auch im direkten Kundenzugang.
Wir konnten Millionen Menschen erreichen, die vor genau der Herausforderung stehen, die wir lösen wollen: natürlich, lecker und einfach weniger Zucker zu konsumieren und ihrer Gesundheit positiv zu unterstützen.

Gleichzeitig hat die erhöhte Nachfrage uns auch ermöglicht, unseren Impact weiter auszubauen. Jeder Kauf trägt dazu bei, dass wir unser Wasserprojekt in Lima weiter vorantreiben und mehr Familien Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen können.

Welchen Tipp würdest du HSBA-Studierenden geben, die selbst einmal mit einer Geschäftsidee vor Investor:innen stehen möchten?

Mein wichtigster Tipp ist: Kommt ins Machen.

Das bedeutet nicht, dass man unvorbereitet startet, aber viele bleiben zu lange im Denken, Planen und Perfektionieren. Gerade im Studium wird uns oft beigebracht, Dinge sehr gründlich zu analysieren, was auch wichtig ist.

Aber Unternehmertum funktioniert anders:
Du lernst am meisten, wenn du anfängst, Dinge umzusetzen, Fehler machst und daraus iterierst. Ich hätte mir selbst gewünscht, diesen Schritt früher zu gehen.

Deshalb meine klare Empfehlung: Testet eure Ideen früh, sprecht mit echten Kunden, holt euch Feedback und habt den Mut, auch mit etwas Unfertigem rauszugehen, denn am Ende überzeugt nicht die perfekte PowerPoint, sondern die Fähigkeit, ein echtes Problem zu lösen und daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell zu entwickeln.