Leonie Schikarski hat eine beeindruckende Karriere hingelegt: Mit siebzehn Jahren startete sie ihr duales Studium bei EY und arbeitete sich im Anschluss in kürzester Zeit von der Prüfungsassistentin zur Managerin hoch. Mit nur 25 Jahren legte sie erfolgreich ihr Wirtschaftsprüfungsexamen ab und wurde damit zu einer der jüngsten Wirtschaftsprüferinnen Deutschlands. Im Interview erzählt sie, was sie antreibt, wie sie Studium, Beruf und Examina unter einen Hut gebracht hat und warum langfristiger Erfolg für sie untrennbar mit der richtigen Balance verbunden ist.
Mit der richtigen Balance zum Erfolg

Liebe Leonie, Du scheinst ein Leben auf der Überholspur zu führen – duales Studium mit siebzehn, direkt danach noch ein berufsbegleitendes Masterstudium, Steuerberaterexamen, Wirtschaftsprüfungsexamen. Bei EY hast Du Dich innerhalb von nur drei Jahren von der Assistenz zur Managerin hochgearbeitet. Was ist Dein Erfolgsrezept?
Ich glaube, ein einzelnes Erfolgsrezept gibt es nicht. Mir haben vor allem Zielstrebigkeit, Disziplin und die Bereitschaft geholfen, kontinuierlich zu lernen. Gleichzeitig hatte ich das Glück, von vielen Menschen unterstützt zu werden – sowohl privat als auch beruflich. Wichtig war für mich immer, Chancen zu nutzen, Verantwortung zu übernehmen und auch dann dranzubleiben, wenn es anstrengend wird.
Wann wusstest Du, dass Dich Steuerrecht und Rechnungswesen interessieren? Wie bist Du darauf gekommen?
Schon in der Schule hatte ich ein Faible für Zahlen und analytische Fragestellungen. Dass daraus einmal eine Karriere in der Wirtschaftsprüfung werden würde, war allerdings nicht geplant – vor Studienbeginn wusste ich noch nicht einmal genau, was ein Wirtschaftsprüfer macht. Erst durch das duale Studium und die Praxiserfahrung bei EY habe ich das Berufsfeld kennengelernt und festgestellt, wie vielseitig und spannend die Tätigkeit ist. Der Weg hat sich daher eher mit der Zeit geebnet, als dass ich ihn von Anfang an vor Augen hatte.
Hat Dich Dein Partnerunternehmen und jetziger Arbeitgeber EY bestärkt und auf Deinem Weg unterstützt?
Ja, definitiv. EY hat mich während meiner gesamten Entwicklung begleitet und unterstützt – vom dualen Studium über das berufsbegleitende Masterstudium bis hin zu den Berufsexamina. Besonders wertvoll war für mich, dass mir früh Vertrauen entgegengebracht wurde und ich Verantwortung übernehmen konnte. Gleichzeitig hatte ich immer Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die mich fachlich und persönlich gefördert haben.
Wenn ich es richtig verstehe, hast Du Dich parallel zu Masterstudium und Job bei EY auf zwei anspruchsvolle Examina vorbereitet. Wie hoch war Dein Workload in dieser Zeit? Wie sah ein typischer Arbeits-/Lerntag bei Dir aus?
Die Vorbereitung auf die Examina war sicherlich eine der anspruchsvollsten Phasen meines bisherigen Berufslebens. Gleichzeitig habe ich schnell gemerkt, dass man ein solches Ziel nur mit einer klaren Struktur erreichen kann. Ich habe daher früh feste Routinen entwickelt und Lern- und Arbeitsphasen bewusst voneinander getrennt. Sport war für mich ein wichtiger Ausgleich und der Sonntag blieb grundsätzlich frei. Gerade diese Balance hat mir geholfen, über einen langen Zeitraum konzentriert und motiviert zu bleiben. Rückblickend war weniger die Anzahl der Stunden entscheidend als vielmehr die Konsequenz, mit der ich meinen Plan verfolgt habe.
Du bist sehr zielstrebig und scheinst genau zu wissen, was Du willst. Genau das fällt ja vielen Menschen gar nicht so leicht, wirklich herauszufinden, was man will. Hast Du einen Tipp?
Ich glaube, man muss nicht immer von Anfang an einen perfekten Karriereplan haben. Mir hat geholfen, Dinge einfach auszuprobieren und offen für neue Erfahrungen zu sein. Oft merkt man erst im Tun, was einem wirklich Spaß macht und worin man gut ist. Mein Rat wäre daher, Chancen wahrzunehmen, neugierig zu bleiben und sich nicht unter Druck zu setzen, sofort alle Antworten finden zu müssen.
Seit 2025 bist Du zudem als Dozentin an die HSBA zurückgekehrt. Wie gefällt Dir die Arbeit mit den Studierenden?
Die Arbeit macht mir sehr viel Freude. Besonders spannend finde ich den Austausch mit den Studierenden und die Möglichkeit, Praxiserfahrungen aus dem Berufsalltag weiterzugeben. Gleichzeitig lernt man auch selbst immer wieder neue Perspektiven kennen. Es ist schön, etwas von dem Wissen weiterzugeben, das ich während meines Studiums und meiner beruflichen Laufbahn sammeln durfte.
Du bist ja immer noch sehr jung und hast schon so viel erreicht: Was steht als Nächstes an? Erfolg genießen oder hast Du schon neue Ziele?
Aktuell stehen keine weiteren Examina oder größeren Karriereschritte auf meiner Liste. Nach den vergangenen Jahren mit Studium, Beruf und den beiden Berufsexamina freue ich mich darauf, das Erreichte erst einmal wertzuschätzen und mich fachlich und persönlich innerhalb von EY weiterzuentwickeln. Gleichzeitig macht mir die Lehre an der HSBA sehr viel Spaß, sodass ich mir gut vorstellen kann, dieses Engagement weiter auszubauen. Und ehrlich gesagt freue ich mich auch darauf, wieder etwas mehr Zeit für Familie, Freunde und die Dinge zu haben, die neben dem Beruf wichtig sind. Ich glaube, langfristiger Erfolg besteht nicht nur darin, Ziele zu erreichen, sondern auch darin, die richtige Balance zu finden.