Liebe Kamar, herzlichen Glückwunsch, Du hast gerade Deinen Abschluss in Business Administration gemacht. Wie geht es für Dich jetzt weiter? Wirst Du von Deinem Partnerunternehmen Shell übernommen?
Ich wurde von meinem Partnerunternehmen Shell übernommen und bin für meine erste Vollzeitstelle in die Niederlande gezogen. In Rotterdam arbeite ich nun im Bereich Shell Trading in einem internationalen Umfeld und freue mich darauf, die Erfahrungen aus meinem dualen Studium einzubringen und gleichzeitig Neues zu lernen.
Mehr als Vorlesungen und Klausuren
Du hast Dich von Anfang an im Women in Business Komitee engagiert und das Komitee auch zwei Jahre lang geleitet. Das Komitee war immer sehr aktiv, ihr habt viele interessante Lounges zum Thema Female Leadership veranstaltet. Wie wichtig war Dir dieses Engagement? Hat es Dich persönlich weitergebracht?
Das Women in Business Komitee war mir von Anfang an wichtig, weil ich den Austausch mit anderen Frauen und ihre unterschiedlichen Karrierewege sehr inspirierend finde. Deshalb bin ich direkt zu Beginn meines Studiums dem Komitee beigetreten und habe später die Rolle als Head übernommen.
In dieser Rolle ging es für mich vor allem darum, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich alle Mitglieder einbringen können. Dazu gehörten die Organisation von Events, die Ansprache von Speakerinnen, die Abstimmung mit der HSBA und die Begleitung unserer beiden Teams. Durch regelmäßige Team-Meetings konnten wir uns eng austauschen und gemeinsam an unseren Zielen arbeiten.
Dabei war es mir wichtig, das Komitee innerhalb der HSBA sichtbarer zu machen und ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitglieder gerne einbringen und stolz darauf sein können, Teil des Komitees zu sein. Besonders gefreut hat mich, dass wir im Laufe der Zeit viele neue Mitglieder gewinnen und dadurch weitere Veranstaltungen umsetzen konnten. Das hat mir gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Außerdem konnte ich Kontakte aus meinen verschiedenen Einsätzen bei Shell einbringen und so einige spannende Speakerinnen für unsere Veranstaltungen gewinnen. Gleichzeitig war die Rolle für mich eine wertvolle Möglichkeit, zum ersten Mal Leadership in der Praxis zu erleben, Verantwortung zu übernehmen und ein wachsendes Team zu begleiten.
Du hast Dich noch an weiteren außercurricularen Projekten beteiligt, z.B. an der Monaco Ocean Protection Challenge 2026. Euer Team hat es sogar bis ins Finale nach Monaco geschafft und ihr durftet vor einem internationalen Expertenteam pitchen. Aber ihr habt auch sehr viel Arbeit und Liebe in das Projekt gesteckt. Zusätzlich zu dem normalen Workload, den man als dual Studierende sowieso hat. Wie hast Du das alles geschafft? Woher kommen Deine Begeisterung und Deine Motivation?
Meine Begeisterung kam vor allem daher, dass wir überzeugt waren, mit unserer Idee einen echten Beitrag leisten zu können. Die Möglichkeit, bis ins Finale nach Monaco zu kommen und dort vor einem internationalen Expertenteam zu pitchen, war eine einmalige Chance.
Die zusätzliche Arbeit war natürlich manchmal herausfordernd, besonders weil die Vorbereitung auf das Finale zeitgleich mit unserer Bachelorarbeit stattgefunden hat. Dennoch war die MOPC eine besondere Gelegenheit, die ich nicht ungenutzt lassen wollte. Mich motiviert es, Chancen wie diese wahrzunehmen, neue Erfahrungen zu sammeln und mich über das Studium hinaus weiterzuentwickeln. Dass wir als Team an eine gemeinsame Idee geglaubt haben und ein klares Ziel vor Augen hatten, hat vieles erleichtert. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und die Aufgaben gut aufgeteilt.
Grundsätzlich bin ich jemand, der versucht, das Beste aus den Möglichkeiten zu machen, die sich ihm bieten. Mein Weg nach Deutschland hat mich geprägt und motiviert mich bis heute, offen für neue Herausforderungen zu sein und kontinuierlich dazuzulernen.
Wenn die Praxis die Forschung inspiriert
Du hast Deine Bachelorarbeit über das Thema: „Evaluating the Long-Term Strategic Value of Motorsport Partnerships“ geschrieben. Wie bist du auf das Thema gekommen?
Das Thema meiner Bachelorarbeit entstand während meines Auslandseinsatzes in der Schweiz im Motorsport Partnerships Team. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte sich das Team intensiv mit der Frage, wie der Mehrwert von Motorsport-Partnerschaften besser gemessen werden kann. Daraus entstand die Idee für meine Arbeit.
Worum genau geht es darin?
Ein großer Teil des Mehrwerts, den Unternehmen aus Motorsport-Partnerschaften ziehen, ist schwer messbar. Gerade der sogenannte „intangible value“, also beispielsweise Image, Innovation oder strategische Beziehungen, lässt sich oft nicht direkt in Zahlen ausdrücken. Deshalb habe ich ein Framework auf Basis einer Balanced Scorecard entwickelt, das dabei helfen soll, den Mehrwert solcher Partnerschaften strukturierter zu erfassen und zu bewerten.
Wie würdest Du den Impact Deiner Arbeit für Deine Karriere und das Unternehmen einschätzen?
Für Shell kann die Arbeit langfristig dabei helfen, den Mehrwert von Motorsport-Partnerschaften transparenter und systematischer zu bewerten. Für mich persönlich war die Arbeit eine große Chance, tiefer in die Welt des Motorsports einzutauchen und gleichzeitig ein relevantes Business-Thema zu bearbeiten. Da ich die Arbeit auf Englisch geschrieben habe, konnte ich außerdem mein internationales Netzwerk erweitern. Besonders wertvoll war für mich die Möglichkeit, die Vizepräsidentin für Mobility & Lubricants Technology zu interviewen und ihre Perspektive in meine Forschung einfließen zu lassen.
„Kamar hat mich sowohl in den Vorlesungen als auch bei ihrer Bachelorarbeit durch ihre fachliche Exzellenz, ihr Engagement und ihre Zielstrebigkeit beeindruckt. Besonders bemerkenswert ist die Verbindung von wissenschaftlicher Arbeit und praktischem Nutzen, die ihr in ihrer Bachelorarbeit gelungen ist. Sie hat damit gezeigt, wie wertvoll die enge Verzahnung von Studium und Unternehmenspraxis sein kann.“
Prof. Dr. Katja Starken, Professorin für International Management