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Roland Magunia

HSBA-Absolvent Nils Hempel: Mit Frische zum Erfolg

Nils Hempel, Absolvent des Master-Studiengangs Global Management & Governance des Jahrgangs 2012, hat zusammen mit Flavio Alario die Plattform Fliit entwickelt, die Lebensmittellogistik einfach, effizient und sorglos für alle machen soll. Für das Konzept erhielt das Start-up jüngst zehn Millionen Euro Wagniskapital, unter anderem von Carsten Maschmeyer. Für uns Grund genug, bei Nils Hempel nachzufragen.

Lieber Nils, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu dem Erfolg! Wie kam es zur Gründung der Plattform Fliit?

Während meines dualen Bachelor-Studiums bei der DHL habe ich meinen jetzigen Geschäftspartner Flavio kennengelernt. Als wir nach meinem Master-Abschluss Ende 2015 miteinander telefonierten, erzählte er mir von seiner Geschäftsidee in der Lebensmittellogistik. Mich hat das Konzept sofort überzeugt und ich war von der Idee, ein Unternehmen zu gründen, sehr angetan. Im März 2016 gründeten wir dann die Fliit Holding GmbH

Was ist das Besondere an Fliit?

Unsere Logistikpartner können durch unsere Plattformlösung ganz ohne eigenen IT-Aufwand ihre bisher analogen Logistikprozesse einfach digitalisieren. So werden Fahrzeuge und Fahrten noch besser ausgelastet. Außerdem bietet ihnen die Zusammenarbeit mit uns Aussicht auf weitere Neuaufträge. Lebensmittelproduzenten oder Großhändler haben bei Fliit einen Ansprechpartner, der mit ihnen sehr unkompliziert ihre gesamte Transportlogistik abwickelt. Fliit orchestriert eine dynamische und flexible Fahrzeugflotte bestehend aus einer Vielzahl von regionalen und überregionalen Logistikern. So können unsere Auftraggeber den gestiegenen Konsumentenanforderungen hinsichtlich Frische und Verfügbarkeit gerecht werden. 

Welche Themen beschäftigen dich im Moment?

Der Fachkräftemangel an LKW-Fahrern und Lagermitarbeitern ist ein riesiges Thema für unsere Logistikpartner. Unsere Aufgabe ist jetzt zu schauen, wie wir durch die Digitalisierung von analogen Logistikprozessen Transportunternehmen dabei unterstützen können, dieses Problem zu lösen oder wenigstens zu mindern. Das ist eine spannende Problemstellung, mit der ich mich derzeit viel beschäftige.

Was macht Spaß daran, ein Unternehmen zu gründen und zu führen?

Es macht einfach riesig Spaß, jeden Tag ins kalte Wasser zu springen und irgendetwas zum ersten Mal zu erleben, Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen. Jeder Tag gleicht einer Achterbahnfahrt, bei der man auch unheimlich viel über sich selbst und seine Grenzen kennenlernt. Und natürlich ist es sehr schön zu sehen, wie die „Familie“ immer weiterwächst und sich ein richtiger Team-Spirit im Unternehmen entwickelt. 

Und was sind dabei die größten Herausforderungen?

Für ein junges Unternehmen ist es extrem wichtig, sich nicht mit den vielen Möglichkeiten und Problemen zu verzetteln, sondern eine klare Vision zu verfolgen und diese auch durch das ganze Unternehmen zu tragen. An dieser Idee festzuhalten und sich durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen, ist eine große Herausforderung für ein kleines, fragiles Unternehmen. Mike Tyson sagte einmal: „Everybody has a plan until they get punched in the face“. Das trifft es glaube ich sehr gut. 

Wie ist dir das Studium an der HSBA in Erinnerung geblieben?

Das Studium an der HSBA war für mich eine tolle Zeit, in der ich viel Spaß mit meinen Kommilitonen hatte - bei der Projektarbeit während unserer Boston-Exkursion oder auch im Hamburger Nachtleben. Vor allem aber war es eine Zeit, in der ich viel gelernt und mir das Rüstzeug für die folgenden Herausforderungen im Berufsleben erworben habe. Das Master-Studium hat mir den nötigen Raum gegeben, um das erlernte Wissen aus dem Bachelor-Studium in einen Gesamtkontext zu bringen und die Vernetzung der einzelnen Teilbereiche zu verstehen. Das hilft natürlich für das unternehmerische Gesamtverständnis und die Strategieentwicklung. 

Ich kann es aber tatsächlich auch auf einen konkreten Studieninhalt herunterbrechen: In unseren Seminaren haben wir uns viel mit den Auswirkungen von Informationsasymmetrien und dem richtigen Umgang damit beschäftigt. Ich erlebe jeden Tag, wie wichtig es ist, diese Asymmetrien durch Transparenz und Kommunikation aufzulösen. Dabei helfen mir die erlernten Tools aus dem Studium ungemein. 

Besonders dankbar bin ich meinem Mentor Jochen Spethmann (Vorstand VEEK e.V.), mit dem ich während meines HSBA-Studiums viel an meinem Selbst- und Zeitmanagement gearbeitet habe. Er war ein richtig guter Coach. Die durch ihn erlernten Techniken helfen mir noch heute in der täglichen Arbeit und haben bei mir ein Feuer für diese Disziplin entfacht. 

Was möchtest du den Studierenden an der HSBA mit auf den Weg geben?

Das Master-Studium an der HSBA hat mir sehr dabei geholfen, die komplexen Zusammenhänge in der heutigen Wirtschaftswelt besser zu verstehen. Daraus entwickelte sich Neugier und auch das Selbstbewusstsein, eigene Ideen auszuprobieren und selbst auf das Spielfeld zu marschieren. Ich kann nur jedem Studierenden empfehlen, den Schwung aus dem Studium mitzunehmen und mit dem neugewonnenen Wissen selbstbewusst und engagiert seine Ziele zu verfolgen und vielleicht auch etwas mehr zu wagen, als er oder sie es sich zunächst vorstellen kann. 

fliit – Frische als Mission 

fliit ist ein Lebensmittellogistikdienstleister, der flexible end-to-end Lösungen über ein deutschlandweites Netzwerk von Transportunternehmen anbietet. Die Mission des Berliner Start-ups ist es, Lebensmittellogistik einfach, effizient und transparent zu machen. Mit seinem Last Mile-Service bietet fliit Lebensmittelhändlern eine bequeme Möglichkeit, Lieferanten zu finden und Online-Kunden frische Lebensmittel direkt nach Hause zu liefern. Zu den Kunden des Food-Logistik Start-ups zählen MSG Frucht, L’Osteria, Rewe, Landgard und Hello Fresh.